Verständnis der Komplexität einer Übersetzung von Kinderbüchern und Märchen in das Deutsche und aus dem Deutschen

Gepostet am 26. August 2016 · Gepostet in Sprachwissenschaft, Übersetzungen

Seit mehreren Jahrhunderten haben deutsche Märchen eine tiefgreifende Wirkung auf Kinder in aller Welt. Geschichten wie Rapunzel, Schneewittchen und Rotkäppchen sind in zahlreichen Ländern außerhalb des deutschsprachigen Raums immer noch sehr beliebt.

Eine solche Popularität wurde natürlich nur dadurch möglich, dass Märchensammlungen wie „Grimms Märchen“ in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Und wie man sich vorstellen kann, ist die Übersetzung von Kinderbüchern und Märchen in das Deutsche und aus dem Deutschen ein komplexer Vorgang. Begleiten Sie uns auf eine Reise in die Komplexität und Feinheiten einer akkuraten Übersetzung.

Die Bedeutung von Deutschland in der Erzählkunst

Vor dem Ende des 18. Jahrhunderts waren Kindergeschichten und Märchen stark auf Regionen beschränkt. Jede Kultur und jede Region hatte ihre eigenen Geschichten, diese wurden oft dazu benutzt, um den Kindern auf eine erzählerische, spielerische Art und Weise gute Manieren und Moral beizubringen. Märchen gibt es schon seit Ewigkeiten; aber es waren die Gebrüder Grimm, geboren im Jahre 1785 und 1786, die für immer die Art und Weise des Geschichtenerzählens veränderten.

Die Gebrüder Grimm haben erstmals mündlich überlieferte Geschichten gesammelt und niedergeschrieben, daraus entstand ein Druckwerk, das sich auch Familien aus der Unterschicht leisten konnten. Die berühmte Geschichte von Rapunzel hat beispielsweise ihren Ursprung im 10. Jahrhundert und ist nun ein großer Hollywood-Film namens „Rapunzel – Neu verföhnt“. Andere berühmte Märchen haben auch derart frühe Ursprünge. Durch die Gebrüder Grimm erlangten sie überregionale Popularität.

Mehr als 200 Jahre später ist „Grimms Märchen“ eins der beliebtesten Bücher der Welt und damit ein Wegbereiter für modernere, deutsche Kindergeschichten, die weltweit in die Bestsellerlisten vordringen.

Aber wie haben diese Geschichten über die Jahrhunderte eine derartige weltweite Berühmtheit erlangt? Die Antwort: Übersetzungen, die nicht nur auf einer wortwörtlichen Übertragung beruhen, sondern sorgfältig den Kontext berücksichtigen.

Verständnis des Kontexts

Übersetzungen können nur dann gelingen, wenn der Übersetzer den Kontext versteht, in dem der Originaltext geschrieben wurde. Die Absicht lässt sich nicht immer leicht erschließen, aber es ist entscheidend, die Situation, in der der ursprüngliche Autor sein Werk verfasst hat, zu begreifen, um eine gute Übersetzung zu erzielen.

„Grimms Märchen“ hatten beispielsweise ein einfaches Ziel: Die Erziehung von Kleinkindern hinsichtlich Manieren, Ethik und Moral. Übersetzungen, die dieses wesentliche Ziel aus den Augen verlieren, wären dem ursprünglichen Text nicht treu. Auch modernere, deutsche Kindergeschichten, wie die Romane von Michael Ende und Cornelia Funke, wurden geschrieben, um Kinder an die Phantasie und Literatur heranzuführen. Dieses Konzept muss bei einer Übersetzung erhalten bleiben, damit die Überbrückung von Sprachen gelingt.

Natürlich ist der historische Kontext genauso wichtig. „Grimms Märchen“ waren (ironischerweise, wenn man den Namen ihrer Herausgeber bedenkt) relativ düster und zielten hauptsächlich darauf ab, die Kinder durch Angstmacherei zu erziehen. In der ursprünglichen Version von Aschenputtel schneiden die bösen Stiefschwestern verschiedene Teile ihres Fußes ab, nur damit er in den geheimnisvollen Schuh passt. Der Prinz wird schließlich durch Tauben auf den Betrug aufmerksam gemacht, die Tauben picken dann zudem die Augen der Schwestern aus.

Natürlich sind modernere Versionen der gleichen, kultigen Geschichte nicht annähernd so brutal. Im ikonischen Disney-Film aus dem Jahr 1950 probieren die Stiefschwestern den Schuh nur an, auch wenn es eindeutig ist, dass er nicht passt. Beide Versionen enthalten das gleiche Thema: Güte und Mitgefühl sind Gier und Egoismus vorzuziehen. Aber aufgrund des Zeitalters, für das sie geschaffen wurden, übermitteln sie diese Botschaft auf sehr unterschiedliche Weise.

Von Märchen zu professionellen Übersetzungen

Mit anderen Worten ist die Übersetzung von Märchen und Kindergeschichten in das Deutsche und aus dem Deutschen ein perfektes Beispiel für die Komplexität guter Übersetzungen. Entgegen der landläufigen Meinung besteht eine Übersetzung nicht nur aus einer wortwörtlichen Übertragung des ursprünglichen Textes. Stattdessen erfordert sie eine Untersuchung und ein Verständnis von unterschwelligen Bedeutungen, Absichten und Zusammenhängen. Hinzu kommt die Tatsache, dass Märchen oft aus veralteten, nicht mehr gebräuchlichen Sprachen übertragen werden, dadurch wird die Komplexität von Übersetzungen noch deutlicher.

Glücklicherweise kennen die meisten Übersetzungsprofis diese Komplexität und sind sich der Bedeutung hinter den Worten bewusst, wenn sie Texte von einer Sprache in eine andere übersetzen. Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen über die Zusammenarbeit mit professionellen Übersetzern, die sowohl die Worte als auch die Bedeutungen in die gewünschte Sprache übersetzen.