Japan – ein hochentwickeltes Industrieland – ein Markt für Deutschland

Gepostet am 13. November 2011 · Gepostet in japanische Übersetzungen

Bei der Kommunikation zwischen Japanern und Deutschen ist darauf zu achten, dass in Deutschland eine Low-Context-Kultur vorherrscht und in Japan eine High-Context-Kultur. Bei starker Kontextorientierung wird eine Mitteilung immer in Abhängigkeit vom Gegenüber und der Situation formuliert. Man geht also von einer gewissen gemeinsamen Basis aus, einem geteilten Erfahrungshorizont. In Japan ist die Fluktuation innerhalb einer Gemeinschaft eher gering und deshalb besitzen die Mitglieder einer Gruppe den selben Erfahrungshorizont. Jeder verfügt über ein aktives Wissen an tradierten und angesammelten Informationen. Die Sinnhaftigkeit einer Mitteilung steht also nicht isoliert im Mittelpunkt sondern wird begleitet vom gemeinsamen Hintergrundwissen. Dadurch, dass der Japaner in seiner Sprachmitteilung Wissen des Partners automatisch voraussetzt, verlangt das vom Empfänger einer Botschaft erhöhte Aufmerksamkeit, um die volle Bedeutung einer Botschaft zu erhalten. Bei der ersten Kontaktaufnahme mit japanischen Kollegen ist es daher vielleicht von Bedeutung, so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Lernt man sich neu kennen, sind daher erst einmal soziale und sachbezogene Kontextstudien von Vorteil. Es wird dabei generell vermieden, ein schnelles Urteil zu fällen. Hierfür können Treffen außerhalb der Arbeitszeit hilfreich sein.

Schweigsamkeit wird akzeptiert. Der Neuling muss sich erst in den neuen Kontext einarbeiten. Auch ist es in Japan von entscheidenderer Bedeutung, einen gemeinsamen Arbeitskontext zu generieren. Die Leistungen persönlich Erworbenen Qualifikationen, die in Deutschland das A und O sind, treten hinter der Gruppe zurück und spielen eine untergeordnete Rolle. Das gemeinsame Feld – der Arbeitsplatz und das dortige Team – wird viel stärker nach außen abgegrenzt als in Deutschland. Innerhalb der vertrauten Gruppe findet sich ein stärker affektorientierter Kommunikationsstil wieder als im Vergleich zu Personen und Gruppen, mit denen man weniger zu tun hat. Die Sachkompetenz einzelner Mitglieder in einer Gruppe wird vorausgesetzt, sie muss nicht extra thematisiert und vor anderen ausgebreitet werden. Berufs- und Privatleben wird von den Japanern nicht so stark getrennt wie bei den Deutschen. Dies schafft eine starke Zugehörigkeit zu einem Unternehmen, das oft in lebenslanger Beschäftigung seinen Ausdruck findet. Wie sich das noch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten realisieren lässt, ist allerdings ungewiss, genauso wie die Auswirkungen auf die langfristige Entwicklung der bestehenden Kulturstandards.

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