Gepostet am 6. September 2012 · Gepostet in Übersetzung Qualität

Offensichtlich gibt es Situationen im Leben, in denen völlig maschinell erstellte Übersetzungen sich als nützlich erweisen. Maschinelle Übersetzungssoftware werden nämlich in unseren Tagen mit immer komplexeren Mechanismen und Engines weiter entwickelt. In ein paar Jahren ist es unter Umständen sogar vorstellbar, dass sie sich die menschliche Sprache weitgehend annähern.

Jedoch ist es mit unserer heutigen Technologie nicht möglich, eine für professionelle Zwecke halbwegs akzeptable maschinelle Übersetzung zu erstellen – und bis zur Erfindung der künstlichen Intelligenz ist dies sicherlich ausgeschlossen.

Die Gründe hierbei liegen unter Anderem in den folgenden Gegebenheiten.

1. Stil: der Aufbau der Sprachen basiert nicht nur auf komplexen Algorithmen und grammatikalischen Regeln. Es gibt zahlreiche Sprachen – eigentlich ist dies der Normalfall – in denen der Satzaufbau und die Wortwahl davon abhängen, was der Sprecher/Schreiber rein stilistisch, also quasi von den Gefühlen her betonen möchte. Es ist unmöglich für Programm-Engines unserer Zeit diese menschliche Entscheidung an Wortwahl und Satzstellung in Form von Algorithmen und Attributen zu bestimmen. Ein ganz einfaches Beispiel: Welcher Algorithmus könnte beschreiben, ob “kid”, “child” oder “infant” die richtige Wahl für die englische Übersetzung des deutschen Wortes “Kind” wäre. Wann ist ein Pferd “ló” und wann “paripa” auf Ungarisch?

2. Korrekte Wortwahl hängt immer vom Kontext ab: Die Anwendung der korrekten Fachtermini hängt oft vom Kontext selbst ab. Hierbei müssen wir nicht mal an fachliche Ausdrücke denken, ein Blick reicht bspw. auf das englische Wort “put”. Jedoch gibt es ebenso viele Wörter, die eine andere Bedeutung in anderen Sprachen haben, wenn Sie als IT-Fachjargon benutzt werden oder wenn Sie aus dem Bereich der Bauindustrie oder des Maschinenbaus vorkommen.

3. Kulturelle Hintergründe beeinflussen die Anwendung der Sprache: Wenn Sie Kinobesucher oder einfach nur Fan von guten Filmen sind, erinnern Sie sich bestimmt an die Szene im Blockbuster “Lost in Translation”, in der ein japanischer Werberegisseur auf Japanisch Anweisungen an den Charakter, gespielt von Bill Murray, gibt und die Dolmetscherin übersetzt jede paar minütige Anweisung durch einen Halbsatz ins Englische. Diese Erscheinung, abgesehen vom Spaßfaktor im erwähnten Film, ist nicht mal so selten in der sprachlichen Realität des Alltags. Je weniger fachlich “trocken” ein Text ist, umso mehr weichen die lebendigen Fremdsprachen voneinander ab. Während bei einer Betriebsanleitung einer Industrieanlage die diversen fremdsprachigen Versionen annähernd gleiche Länge und Textaufbau haben können, können diese Unterschiede bei einem Werbeslogan sehr auffallend sein. Bei der Erstellung der sprachlich-stilistisch korrekten Texte benutzt der Übersetzer seine lebenslangen Erfahrungen in der jeweiligen Kultur. Ist dies bei unserem heutigen Wissenstand in einem Programmcode wiederzugeben?

4. Ständig wandelnde Sprache: Genauso wie im Slang gibt es jedes Jahr neue Erscheinungen, gibt es auch in der Welt der Industrie neue Innovationen. Oft besteht die übersetzerische Arbeit deshalb aus Kreativität, aus Konsultationen mit der Fachwelt oder aus weitgehenden Recherchen. Diese sind Aufgaben aus der “realen” Welt, die Programm-Engines bei unserem heutigen Wissensstand noch nicht durchführen können.

Vermeiden Sie Pannen oder unvertretbare sprachliche Qualität in Ihren Übersetzungen und bestellen Sie diese von menschlichen Sprachprofis. Die Schäden, die Sie durch die Anwendung einer maschinellen Übersetzung erleiden, übersteigen die Kosten einer Fachübersetzung wesentlich!

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