Gepostet am 20. Januar 2015 · Gepostet in Sprachwissenschaft

Auf der Welt existieren circa 6500 – 7000 Sprachen.

Diese extreme Vielfalt ist den wenigsten Menschen im Alltag wirklich bewusst. Selbstverständlich verbindet man mit einer fremden Kultur auch in den allermeisten Fällen eine fremde Sprache, aber vermutlich würden sehr wenige Menschen mit einer derartig hohen Zahl antworten, wenn sie zu der Anzahl der weltweiten Sprachen eine Schätzung abgeben müssten.

Woher stammt aber nun diese Diversität?

Die Bibel berichtet vom Turmbau zu Babel. Laut ihr versuchten die Israeliten dabei einen himmelhohen Turm (quasi den Vorläufer unserer Wolkenkratzer) zu bauen, woraufhin Gott, als Strafe für diese Anmaßung, die Sprachen unter ihnen vermischte, sodass sie sich nicht mehr verständigen konnten und den Turmbau abbrechen mussten. Religiöse Interpretationen außer Acht lassend, bietet dieser Text einen Erklärungsansatz für die Sprachenvielfalt unserer Erde an.

Ein anderer (weltlicherer) Erklärungsansatz lautet, dass sich die verschiedenen Sprachen auseinander entwickelt haben. Von den verschiedenen Sprachfamilien wie “Romanisch” und “Indoeuropäisch” haben die meisten Menschen schon einmal gehört. Diese Sprachfamilien verdeutlichen, wie die heute gebräuchlichen Sprachen auseinander hervorgegangen sind. Aus der Sprachfamilie der indoeuropäischen Sprachen entwickelten sich beispielsweise die verschiedenen germanischen Sprachstämme, die sich immer weiter aufgliederten und die Ursprachen der heutigen europäischen Sprachen wie Englisch oder Dänisch sind.

Interessant ist dabei die Erkenntnis, dass in Ländern in Äquatornähe eine besondere Sprachenmannigfaltigkeit herrscht. Anzuführen ist hier Papua-Neuguinea als das Land der meisten Sprachen der Welt. Laut der Theorie von Prof. Dr. Haspelmath des Max-Planck-Instituts Leipzig begründet sich dieses Phänomen in der schwankenden Abhängigkeit der Einwohner eines Landes voneinander gegenüber den Verhältnissen in einem anderen.

Herrschen starke Abhängigkeiten, passen sich die gesellschaftlich schwächer gestellten häufig an die vorherrschende Sprache ein, die Vielfalt verschwindet. Ist es jedoch möglich, eine gleichberechtigte Koexistenz aufrechtzuerhalten, kann auch das Sprachenkonglomerat beibehalten werden.

Als auffallend bezeichnet Haspelmath den Zusammenhang, dass starke Staaten eine große Sprachhomogenität haben. Als Beispiel wären die USA zu nennen: Hauptsprache Englisch, in wenigen Gegenden Spanisch von Seiten der mexikanischen Emigranten. Auch dies beruht auf den starken Abhängigkeiten: In Industriestaaten wäre ein Alltag nicht zu bewältigen, wenn jeder in einer anderen Sprache kommunizieren würde. In einem Land, in dem verschiedene Ureinwohnerstämme nebeneinander existieren und nahezu keine Berührungspunkte haben, stellt dies dagegen weniger ein Hindernis dar.

Doch egal, welcher Theorie Sie den Vorzug geben und welcher Sprachfamilie eine Sprache nun angehört, das Ristani Übersetzungsbüro bietet Übersetzungsdienstleistungen in nahezu sämtlichen relevanten Sprachen an. Durch unsere kompetenten Übersetzer ist uns die finno-ugrische Sprachfamilie genauso wenig wie romanische oder germanische Sprachen fremd.

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