Gepostet am 16. Dezember 2014 · Gepostet in Sprachwissenschaft

In der heutigen Zeit denken sich viele Menschen, dass es nicht mehr sehr ratsam sei, Übersetzer/in zu werden.

Der Bedarf an Übersetzungen, vor allem an schnellen und dabei genauen Übersetzungen, steigt kontinuierlich durch die wachsende Vernetzung der Welt. Immer mehr Firmen werden zu „Global Playern“, zu international agierenden und expandierenden Unternehmen, was selbstverständlich eine Sprachenvielfalt mit sich bringt, die es zu meistern gilt. Leider steigen allerdings auch im selben Maße die Angebote im Internet, die Geschäfts- wie Privatleuten vorgaukeln, es ginge auch ohne Übersetzer. Durch diese irreführenden Angebote wird ebenso jungen Menschen bei der Berufswahl suggeriert, dass der Beruf des Übersetzers nicht mehr sicher oder lohnend sei. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man schnell, dass dieser Eindruck nicht der Realität entspricht. Und zwar aus folgenden 3 Gründen:

1. Ein Online-Übersetzer wird sicherlich niemals das Niveau eines menschlichen Übersetzers erreichen. Man muss sich bei der Benutzung eines solchen immer bewusst sein, dass man mit einer Maschine zu tun hat. Und eine Maschine ist keinesfalls in der Lage, Untertöne wie Ironie oder geschäftliche Formalität zu erkennen. Daher kann man nicht erwarten, dass eine Maschine mehr als eine wortwörtliche Übersetzung liefern wird. Denken Sie zum Beispiel nur an das Wort “Anlage”. Es gibt nach heutigem Stand der Technik keinen Algorithmus, mit dem ein Programm erkennen könnte, ob es hierbei um eine “Maschine”, um eine “Investition” oder um “beigefügte Dokumente” geht.

Der Übersetzer vermag das aber, dank seines menschlichen Sprachverständnisses, sehr wohl. Deshalb ist und bleibt die Investition in einen Übersetzer eine lohnende und die Konkurrenz durch Internet und neue Medien keine wirkliche Bedrohung. Der Berufsstand des Übersetzers wird daher auch dauerhaft Bestand haben!

2. Das Klischee des einsamen Übersetzers, der zu Hause den ganzen Tag am PC sitzt und sich nicht unter die Leute wagt, entspricht absolut nicht der Realität. Als Übersetzer hat man sehr viel Kontakt mit Menschen: Man muss für Übersetzungen, die für beide Seiten zufriedenstellend sein sollen, eng mit den Kunden zusammen arbeiten. Das bedeutet telefonische Absprachen, E-Mail-Kontakte oder persönliche Treffen. Auch mit den eigenen Mitarbeitern und Kollegen muss man sich abstimmen, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und sich über eventuelle Unklarheiten in Stil und Vokabular zu beraten. Auch das Korrekturlesen, eine Etappe, die mindestens genauso wichtig ist wie das Übersetzen selbst, muss in Kooperation mit Kollegen erfolgen, da die Fähigkeit eigene Fehler zu erkennen mit der Zeit, die man bereits an dem Dokument gearbeitet hat, exponentiell abnimmt. Das heißt jetzt aber zusammengefasst, dass man das oben erwähnte Bild eines Übersetzers getrost als unzutreffend ad acta legen darf.

3. Auch die Vorstellung, dass ein Übersetzer immer die gleiche Tätigkeit ausüben würde, ist so nicht richtig. Natürlich, das Übersetzen an sich bleibt gleich. Aber Vorsicht: Übersetzen und Übersetzen ist noch lange nicht das Selbe! Es macht einen außerordentlichen Unterschied, ob man an einer technischen Übersetzung mit vielen Zahlen und Fachjargon arbeitet, oder ob man eine juristische Übersetzung vor sich hat, bei der es auf jedes Wort ankommt. Egal, an welchem Text man letztendlich arbeitet, man leistet dabei viel mehr, als eine „simple“ Übertragung der Worte von der Ausgangs- in die Zielsprache. Durch Übersetzungen lernt man selbst sehr viel dazu. Zum Beispiel gewinnt man durch häufiges Übersetzen von juristischen Texten einen Einblick in die Jura. Auch die zahlreichen Kulturen der Länder, mit denen man in Kontakt kommt, bieten viel Abwechslung und neues Wissen. Darum ist der Beruf des Übersetzers gegen alle landläufigen Meinungen ein sehr abwechslungsreicher und spannender!

Aus all diesen Gründen gibt es trotz aller Klischees bis heute Übersetzer und wird es hoffentlich auch immer Leute geben, die sich für diesen schönen Beruf entscheiden.

Wir haben es jedenfalls noch nie bereut und deshalb möchten wir, dass Sie bei jedem Auftrag, den Sie uns erteilen, wissen, warum wir diesen Service für Sie anbieten und vor allem, dass wir ihn Ihnen gerne anbieten!

In diesem Sinne mit freundlichen Grüßen

Ihr Ristani Übersetzungsbüro